Die Kostensteigerung liegt laut KKH nicht in erster Linie daran, dass die Versicherten mehr Medikamente benötigten. "Nur 1,3 Prozentpunkte gingen auf einen Mengenanstieg je Mitglied zurück", heißt es aus der KKH. Dagegen verursachten patentgeschützte Originalpräparate über die Hälfte der Kosten. "Und das obwohl sie gerade mal ein Fünftel der Gesamtmenge ausmachten", moniert die Kasse.
Vor diesem Hintergrund begrüßt KKH-Vorstand Ingo Kailuweit, dass Pharmaunternehmen und Krankenkassen gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) über mögliche Kostenreduzierungen im Arzneimittelbereich sprechen wollen. "Den Worten müssen aber auch Taten folgen", fordert der Kassenchef. Gerade im Bereich der patentgeschützten Originalpräparate gebe es hohes Einsparpotenzial.
So hätte die gesamte gesetzliche Krankenversicherung (GKV) laut KKH-Allianz im vergangenen Jahr rund 1,8 Milliarden Euro sparen können, wären die Durchschnittspreise von Originalpräparaten im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen. "Diese Preissteigerungen sind nicht mehr hinnehmbar", erklärt Kailuweit. Es könne nicht sein, dass die Versicherten immer mehr belastet werden, während Pharmaunternehmen ihre Gewinne maximieren. Dass es auch anders gehe, zeige die Entwicklung der Preise auf dem Generika-Markt: Hier seien die Preise nicht zuletzt durch Rabattverträge zwischen Kassen und Pharmaindustrie gesunken.